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Perlglanzpigmente verarbeiten

Eyeshadows in Brauntönen in Make-Up-Compactdosen 26 mm

Jeder Pigmenttyp hat bestimmte Eigenschaften, die bei seiner optimalen Verarbeitung berücksichtig werden müssen, damit das Ergebnis überzeugend ist. In diesem Beitrag habe ich Hinweise für klassische Perlglanz- und andere glimmerbasierte Pigmente zusammengefasst. Diese Pigmente haben gemeinsam, dass sie auf Mica basieren, d. h. auf plättchenförmige, nass oder trocken vermahlene Glimmerpartikel, in der Regel auf Basis von Muskovit, einem Mineral mit einem feinen Schimmer, der an Perlmutt erinnert. Diese Eigenschaften spiegeln sich im englischen Begriff »Mica« wieder: Er bedeutet im Lateinischen »Körnchen«, das lateinische Verb »micare« kann u. a. als »schimmern« oder »funkeln« übersetzt werden.

Kosmetikpigmente

Die faszinierenden Farben von Perlglanzpigmenten entstehen durch Lichtbrechung: Der mit unterschiedlichen Metalloxiden beschichtete Glimmer (das »Substrat«) reflektiert ein Teil des Lichts. Je nach Partikelgröße und Dicke der Beschichtung entstehen die unterschiedlichsten Eindrücke. Fast alles ist möglich: Seidiger Glanz, mattes Schimmern wie Perlmutt oder deutliches Schimmern in allen Farben des Regenbogens, wie es Interferenzpigmente zeigen, aber auch eine annähernd matte Optik. Die meisten Beschichtungen sind chemisch betrachtet mineralischen Ursprungs (wenn auch synthetisiert), z. B. Eisenoxide, Zinnoxid oder Ultramarine und Manganviolett. Daneben eröffnet Carmine, ein organischer Farbstoff aus der Cochenillelaus, insbesondere die Umsetzung von Rot- und Rosétönen.

Hinweise zur Verarbeitung

Grundsätzlich gilt, dass Perlglanz- und andere glimmerbasierte, beschichtete Pigmente beim Mischen nicht gemörsert oder über eine längere Zeit in einer Kaffeemühle verarbeitet werden dürfen: Der hohe mechanische Stress würde die feinen, auf den Glimmer aufgebrachten Schichten und damit den Glanz zerstören oder die Farbe verändern. Eine kurze Verarbeitung von 10–20 Sekunden in einer elektrischen Mühle ist nach meinen Erfahrungen ohne Probleme möglich. Wenn Sie nur sehr kleine Mengen verarbeiten möchten, eignet sich die Mischkugel-Methode sehr gut.

Wichtig: Perlglanzpigmente bestehen aus sehr feinen Partikeln, die beim Einatmen in die Lungen gelangen können. Bitte arbeiten Sie mit großer Ruhe und Sorgfalt. Ich empfehle Ihnen, bei der Verarbeitung bevorzugt Handschuhe und eine Staubmaske zu tragen. Entnehmen Sie das Pigment grundsätzlich mit einem sauberen, desinfizierten Spatel. Verschließen Sie das Gebinde nach Verwendung wieder, um einen Eintrag von Fremdpartikeln zu vermeiden. Alle Arbeitsflächen und Gerätschaften sollten mit 70 Vol.-%igem Ethanol oder Isopropylalkohol desinfiziert werden, um ein hygienisch einwandfreies Produkt zu gewährleisten.

Herstellung von Puder und Mineral Foundation

Mischen Sie optimal erst alle Weißpigmente (Titandioxid, Zinkoxid, Mica, Sericite, Magnesiumstearat usw.) 10–20 Sekunden in einer elektrischen Kaffeemühle. Fügen Sie erst im Anschluss die Perlglanzpigmente hinzu und mischen Sie noch einmal ca. 10 Sekunden. Dies minimiert den mechanischen Stress für die feinen Coatings des Glimmers. Sie können die Pigmente auch in einer Fantaschale verreiben, allerdings empfehle ich hier das Arbeiten unter einer Dunstabzugshaube und das Tragen einer Maske, um sich vor lungengängigem Staub zu schützen.

Herstellung von Eyeshadow und Blush

Geben Sie die fertige Fillerbasis (z. B. meine Fillerbasis P oder eine selbst hergestellte) und alle gewünschten Perlglanzpigmente in eine Schale (optimal ist eine glattwandige Fanta- oder Glasschale). Wichtig: Die Weißpigmente Ihrer selbst hergestellten Fillerbasis müssen zuvor sorgfältig in der Kaffeemühle vermischt werden. Meine Fillerbasis ist gebrauchsfertig und kann sofort weiterverarbeitet werden.

Verrühren Sie die Perlglanzpigmente kurz mit einem Löffel und tropfen anschließend den Binder (z. B. Jojobaöl) auf die Masse. Achten Sie darauf, die Tropfen gut verteilt hinzuzufügen, sodass nicht alle auf eine Stelle gelangen. Beginnen Sie nun, die Pigment-Binder-Masse mit der Rückseite des Löffels sanft an der Schalenwand glatt auszustreichen und wieder zusammenzuschieben, sodass der Binder die Pigmente nach und nach benetzt. Dies kann mehrere Minuten andauern, da die Pigmente die Ölkomponenten teilweise aufnehmen. In dieser Zeit verändert sich die Farbe der Pigmentmasse und wird satter und dunkler. Die Menge an Binder ist richtig, wenn die Masse beim Andrücken mit dem Löffel zusammenhält, ohne ölig zu sein oder zu kleben. Reiben Sie die Pudermasse anschließend einmal sanft durch ein Sieb. Nun kann die Masse in Puderpfannen oder direkt in Make-Up-Dosen gepresst werden. In diesem Video können Sie mir zusehen, wie ich einen gepressten Lidschatten herstelle.

Herstellung von Lippen- und Kosmetikstiften

Verrühren Sie die Perlglanzpigmente sorgfältig in Öl (optimal Rizinusöl in Mischung mit anderen Ölen), bis sie homogen verteilt sind. Besonders leicht ist dies, wenn Sie die Öl-Pigment-Masse erhitzen, weil die Öle dünnflüssig werden und die Pigmente besonders gut benetzen. Beinhaltet die Pigmentmischung auch Weißpigmente (wie Titandioxid) oder Mattpigmente wie Eisenoxide, Ultramarin Rosa oder Manganviolett, müssen diese vorher separat in einer elektrischen Kaffeemühle homogen vermischt werden, um Verklumpungen zu vermeiden. Erst danach werden höherschmelzende Fette und Wachse ergänzt, die Masse gut verrührt und dann zügig in die vorbereitete Form gegossen.

Herstellung von Emulsionen (Foundation, BB-Cream u. a.)

Die übliche Vorgehensweise empfiehlt ein Dispergieren optimal in ein wenig Öl, bis die verwendeten Pigmente homogen verteilt und gut benetzt sind. Anschließend können sie weiter verarbeitet werden.

Eyeliner, Kajal, Wimperntusche

Hier empfiehlt sich ein vorheriges Benetzen der Pigmente mit einem Öl aus der Formulierung, bevor sie weiterverarbeitet werden.

Empfohlene Einsatzkonzentration

  • Lippenstift: 8–20 %
  • Lipgloss: 3–5 %
  • Eyeshadow (Puder): 10–40 %
  • Eyeshadow (Gel): 15–20 %
  • Blush, Bronzer: 1–5 %
  • Gesichtspuder, lose: bis 80 %
  • Gesichtspuder, gepresst: 30–70 %
  • Duschgele, Shampoos: 0,1–1 %
  • Cremes, Lotionen, Gesichtsgele: 0,1– 1 %
  • Seife: 0,5–5 %
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