Mineral Foundation

Mineral Foundation mit Pure Minerals realisiert

Minimalismus mit hoher Deckkraft und weichem Auftrag

Die Formulierung dieser Mineral Foundation überzeugt nicht nur durch ihren Purismus: Die reine Pigmentmischung aus Titandioxid und Eisenoxiden erhält durch die Kombination mit einem beschichtetem Mica eine weiche, seidige Textur, die das Hautbild egalisiert und ihr über den ganzen Tag ein natürliches, junges Aussehen verleiht. Titandoxid gibt der Foundation eine ausgeprägte Deckkraft, das Mica LL die natürliche Optik und die weiche, »cremige« Textur. Flawless ergänzt einen Soft-Focus-Effekt und gestalten das Auftragsverhalten noch weicher und seidiger. Tipps zur Verarbeitung finden Sie in meinem Magazinbeitrag »Pigmente mischen«.

5 Gramm

vegan

einfach

Die Menge reicht für eine Puderdose mit Drehsieb.

Herstellung

A

  • 3,5 g Pure Minerals

Bei Bedarf die Pigmentmischung vor dem Abwiegen mit Titandioxid aufhellen, mit einer Eisenoxidmischung abdunkeln und/oder eine leichte Korrektur des Farbtons mit minimalen (!) Zugaben von Eisenoxiden vornehmen: Ocker und Rot für einen entsprechenden Hautunterton, wenig (!) Schwarz zur Neutralisierung. Dazu alle Pigmente in die Kaffeemühle geben und mit kleinen Pausen insgesamt ca. 20 Sekunden mischen.

B

  • 1,0 g Mica LL
  • 0,5 g Flawless

Pigmente in einer elektrischen Kaffeemühle zusammengeben und mit kleinen Pausen insgesamt ca. 10 Sekunden mischen.

Die Mischung durch ein feines Sieb streichen und abfüllen. 

Mineral Foundation mit Pure Minerals CASHMERE

Hautton selbst mischen

Alternativ – wenn Sie keine fertige Pigmentmischung verwenden möchten – benötigen Sie neben Titandioxid die Eisenoxide Ocker (Gelb), Rot und Schwarz. Auf dem Markt gibt es Dutzende verschiedener Eisenoxide, die sich deutlich in ihrer Helligkeit bzw. ihrem Rot- bzw. Gelbanteil unterscheiden; daher ist es schwer, fertige Formulierungen zu nennen, die mit allen Eisenoxiden verschiedener Onlineshops funktionieren. Ich möchte Ihnen mit den folgenden Hinweisen zumindest Anhaltspunkte für die Dosierung der reinen Eisenoxide bieten. Diese bewegt sich häufig in folgendem Rahmen (die Prozente beziehen sich ausschließlich auf die reine Eisenoxidmischung, die naturgemäß zusammen 100 % ergibt):

(+/-) 64–73 % Eisenoxid Ocker (C.I. 77492)
(+/-) 15–27 % Eisenoxid Rot (C.I. 77491)
(+/-) 8–12 % Eisenoxid Schwarz (C.I. 77499)

Mineral Foundation mit Pure Minerals realisiert und Kabuki von Olionatura
  1. Starten Sie mit einer kleinen Menge an Titandioxid, z. B. 2 g, und ergänzen Sie die Eisenoxide Ocker und Rot. In allen Mischungen spielt Ocker die Hauptrolle und wird am höchsten dosiert. Mit zunehmendem Anteil an Eisenoxid Rot bewegen Sie sich von den goldenen Nuancen über Apricottöne hin zu stärker roséstichigen. Schwarz neutralisiert eine Mischung – Vorsicht, zu viel erzeugt aschige Töne. Bei hohem Ockeranteil erhalten Sie mit geringer Zugabe von Schwarz olivfarbene Untertöne, bei hohem Rotanteil sind Braunnuancen möglich.
  2. Geben Sie, falls notwendig, zu Beginn erst einmal nur 3–5 % statt der oben als Anhaltspunkt genannten 8–12 % Eisenoxid Schwarz dazu und justieren Sie den Ton bei Bedarf (wenn der Gelb- bzw. Rotstich zu stark ist) erst nach der Aufhellung mit Titandioxid. Wichtig: Notieren Sie jede Zugabe akribisch, damit Sie eine Dokumentation Ihrer Mischungen erhalten. Für ein späteres Nachmischen ist dies Gold wert.
  3. Mineral-Foundation-Mischungen werden mit Titandioxid aufgehellt. Als Orientierung gilt: Eine mittlere Helligkeit (wie jemand, der im Frühsommer eine erste frische Tönung durch die Sonne erhalten hat) erreichen Sie mit ca. 80 % (+/-) Titandioxid plus 20 % Eisenoxide. Mit Titandioxid können Sie weiter aufhellen (sehr helle Hauttöne benötigen ca. 90–92 % Titandioxid), mit der Eisenoxidmischung bei Bedarf wieder abdunkeln. Zum Testen ist das eine gute Menge, für die Sie allerdings eine Feinwaage benötigen.

Einkaufhilfe

Mit diesen Produkten realisieren Sie Ihre individuelle Mineral Foundation. Neben Titandioxid W ist auch Titandioxid O sehr gut geeignet (es deckt noch etwas stärker). Mit Eisenoxiden (Ocker, Rot und Schwarz) können Sie einen Hautton mischen und die Mineral Foundation auf Wunsch abdunkeln.

2 comments

  1. Titandioxid ist giftig und ist deswegen in der Lebensmittelindustrie verboten. Weil es jedoch in ALLEN getönten Cremes oder Puder drin ist, wollte ich meinen eigenen herstellen und bin enttäuscht, dass sie auch Titandioxid empfehlen. Gibt es auch eine Rezeptur ohne Titandioxid? Ich habe einen Puder teuer von Amerika bestellt. Also ist es möglich. Auch habe ich Heilerde in meine selbstgemacht Creme vermischt und das sieht gar nicht schlecht aus. Welche Pigmente kann ich nehmen, die unbedenklich und nicht giftig sind? Als Zugabe in die Creme oder als Puder zu verwenden.

    1. Heike Käser

      Liebe Makea,

      zur Kernfrage, ob man Titandioxid ersetzen könne: Man kann es nicht, wenn man ein Produkt mit ausgeprägter Deckkraft realisieren möchte. Geht es um farbliche Tönung der Haut, benötigt man es nicht zwingend, tönende und mattierende Puder sind ein anderes Produktkonzept. Manche Firmen bieten unter »free from Titanium Dioxide« Puder mit Zinkoxid (etwas geringer als T., aber gut deckend) an, teilweise kombiniert mit Boronitride :-), andere setzen auf Gips (in den INCI als »Calcium sulfate« aufgeführt). Daneben werden Stärken eingesetzt; diese decken jedoch weitaus geringer, man kann sie also nicht als effektiven Ersatz ansehen. Was den Einsatz von Titandioxid in meiner Mineral Foundation angeht: Wenn weniger Deckkraft ausreicht, kann man mit Extender W arbeiten, eventuell Mica LL ergänzen und eine Mischung an Eisenoxiden verwenden, um den eigenen Hautton zu treffen.

      Warum ist Titandioxid ein so beliebtes Pigment in kosmetischen Produkten mit hoher Deckkraft? Titandioxid ist ein absolut inertes Pigment, das heißt, es ist chemisch extrem stabil und reagiert nicht mit anderen Substanzen. Es verhält sich völlig neutral auf der Haut. Ganz anders ist Zinkoxid, das auf der Haut Säuren bindet und austrocknend wirkt. Calcium Sulfate ist ebenso kritisch: Es kann durch seine geringe Wasserlöslichkeit (Hautschweiß) zu irritierenden Kalkseifen auf der Haut führen, es verseift hauteigene Fette und verändert den pH-Wert, was wiederum die sensible Mikroflora der Haut beeinflusst. Da der normale Verbraucher jedoch selten die Fachkompetenz hat, Aussagen wie die zum Titandioxidverbot differenziert zu betrachten, ist er williger Empfänger der »Free-from«-Botschaften, mit denen die Kosmetikindustrie vor allem die letzten 20 Jahre erfolgreich teilweise fragwürdige Produkte auf den Markt wirft. Ein Beispiel sind parabenfreie Cremes und Lotionen, die nun z. T. mit weitaus kritischeren Verbindungen konserviert werden – die aber bisher nicht verboten wurden. »Free from« kann aus meiner Sicht durchaus eine sinnvolle Zusatzinformation sein, der Claim suggeriert jedoch in der Regel eine besondere Produktqualität, die sich in seltensten Fällen bewahrheitet. Hier ist es ähnlich: Zinkoxid und Calcium Sulfate sind auf Dauer in der benötigten Konzentration alles andere als hautfreundlich.

      Bei der Kritik an Titandioxid steht insbesondere nanoskaliges Titandioxid und seine innerliche Einnahme im Fokus sowie eine Verwendung in Anwendungsformen, die eine Inhalation begünstigen, insbesondere in Aerosolen und Pudern. Die Untersuchungen, auf die sich das Scientific Committee on Consumer Safety gestützt hatte, wurden jedoch selbst teilweise infrage gestellt, da die Datenlage u. a. nur auf einer bestimmte Form von Titandioxid basierte (ein gecoatetes Anatas-Pigment) und keine realen Anwendungssituationen untersucht wurden.

      2023 hat der Gerichtshof der Europäischen Union die Kennzeichnung von Titandioxid als krebserregenden Stoff durch Einatmen in bestimmten Pulverformen daher für nichtig erklärt. Grund ist ein Fehler bei der Bewertung der Studie, auf dem diese Einstufung beruhte, und der Verstoß gegen das Kriterium, dass der Stoff die intrinsische Eigenschaft haben muss, um Krebs zu verursachen. Das Gericht interpretierte den Begriff der inhärenten Eigenschaften im wörtlichen Sinne so, dass er sich auf die Eigenschaften bezieht, die ein Stoff an sich hat, und kam zu dem Schluss, dass durch die Einhaltung der Stellungnahme des RAC die Wirkungsweise der Karzinogenität, auf die sich der Ausschuss stützte, nicht als intrinsische Toxizität angesehen werden kann. Nach Ansicht des Gerichts ist die Karzinogenitätsgefahr von Titandioxid ausschließlich mit bestimmten atembaren Titandioxidpartikeln verbunden, wenn sie in einer bestimmten Form, einem bestimmten physikalischen Zustand, einer bestimmten Größe und einer bestimmten Menge vorhanden sind, und die Gefahr tritt nur unter Lungenüberlastungsbedingungen auf und entspricht der Partikeltoxizität. Die in Perlglanzpigmenten als Coating eingesetzten Mengen an Titandioxid wurden übrigens nie als kritisch betrachtet, »because of the composite nature of such materials, of which TiO2 is only a minor constituent«. In einem Lippenstift ist die Menge so gering, dass selbst bei einer gewissen Aufnahme im Speichel keine Gefahr besteht.

      Ich selbst bin ein sehr kritischer Mensch und einer, der Quellen und Aussagen eingehend prüft, bevor ich mir ein Urteil erlaube. Bezüglich Titandioxid habe ich die Diskussion von Beginn an verfolgt, war aber immer skeptisch, warum um eine Substanz, die seit Jahrzehnten bekannt und bewährt ist, plötzlich so einen Wind gemacht wird. Es gibt bis heute keine auffälligen Befunde bei Menschen, die in der Titandioxidindustrie arbeiten, keine einzige Studie existiert dazu. Daher hat mich die Nachricht über den Gerichtsbeschluss 2023 in keiner Weise verwundert.

      In Lebensmitteln haben aus meiner Sicht Pigmente wie Titandioxid nichts verloren – da bin ich völlig d’accord. Verantwortung für diese gängige Praxis tragen allerdings Verbraucher, die eben das gelbere Ei, die weißere Kuchencreme oder die dunkleren Oliven bevorzugen. Da wird gerne mal mit Pigmenten oder Farbstoffen nachgeholfen. Gips will ich allerdings auch nicht essen, daher backe ich u. a. mein Brot seit Jahren selbst oder kaufe ein gutes, handwerklich hergestelltes bei einem guten Biobäcker. 🙂

      Ich hoffe, Dir hat meine Zusammenfassung ein wenig geholfen, die verwirrenden und widersprüchlichen Aussagen um Titandioxid ein wenig zu ordnen. Viel Erfolg bei der Umsetzung Deiner Ideen,

      liebe Grüße

      Heike

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