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Mineralfoundation von Olionatura

Mineral Foundation

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen den Bereich der dekorativen DIY-Kosmetik ans Herz legen und Sie für das Spiel mit wundervollen Farben und seidigen Texturen begeistern.

Neben meiner Pflegekosmetik entwickle ich seit einigen Jahren auch meine dekorativen Kosmetikprodukte selbst: Lippenstifte, Mineral Foundation und weitere mineralischen Produkte wie Blush, Gesichtspuder und Lidschatten gehören zum festen Repertoire. Das überzeugendste Ergebnis ist bis heute Mineral Foundation: Nie hatte ich eine besser deckende und gleichzeitig optisch unsichtbare Foundation wie meine selbst entwickelten Varianten.

Kennen Sie Mineral Foundation? Der Trend selbst stammt aus den USA und basiert auf der Verwendung der reinen Pigmente, um ein gleichmäßiges und natürliches Hautbild zu erzielen. Die Vorteile sind gut nachvollziehbar: Mineralische Pigmente sind mikrobiell nicht anfällig, müssen daher nicht konserviert werden, und die Trennung der Farbpigmente von einer Emulsionsgrundlage – wie in einer Fluid Foundation oder BB-Cream – minimiert den Hautkontakt mit Fetten und Emulgatoren. Wer einmal eine Mineral Foundation im passenden Hautton mit einem qualitativ hervorragenden Pinsel aufgetragen hat, möchte nie mehr etwas anderes verwenden. Mineral Foundation ist ein 24-Stunden-Make-Up: Die wasserabweisenden Pigmente halten sehr lange, liegen leicht auf der Haut auf und können in ihrer Deckkraft fein kontrolliert werden.

Was ist drin?

Der Trend »Mineral Make Up« konnte sich in Europa erst spät durchsetzen. Mittlerweile gibt es viele Anbieter von Mineral-Kosmetik auf dem Markt. Im Wesentlichen basieren ihre Produkte auf wenigen Grundkomponenten. Basis einer Mineral Foundation ist Titandioxid als Weißpigment zur Kontrolle der Helligkeit und Eisenoxide zur Variation des Farbttons. Eisenoxid Ocker, Rot und Schwarz decken in unterschiedlichen Mischungen alle erdenklichen Hauttöne ab. Mit Ultramarinen (deren Farbpalette von Blau über Rosa bis Violett reicht) und Chromoxid Grün können zu warme Untertöne korrigiert werden.

Weitere sogenannte »Filler« dienen zur Optimierung einer Mineral Foundation: Unbeschichtetes Mica und Sericite (ein spezielles, besonders feines Mica), aber auch Zinkoxid, Silica Microsphere, Kaolin, Boron Nitride und mit Lauroyl Lysine oder Carnaubawachs beschichtete Mica und Sericite verbessern auf Wunsch die Haftung und das Auftragsverhalten, mindern Glanz oder fügen im Gegenteil einen gezielt geplanten »Glow« hinzu.

Haben Sie sich möglicherweise einmal die Frage gestellt, warum Sie, obwohl die Rohstoffe günstig, ergiebig und leicht zu verarbeiten sind, für nicht einmal 10 g Mineral Foundation über 30 Euro zahlen sollen? Ich habe mir diese Frage gestellt – und sie mir beantwortet: Ich mache meine Mineral Foundation selbst!

Mineral Foundation selber machen: Das ist einfacher als gedacht.  Die Herstellung lässt sich gut zuhause durchzuführen – eine Kaffeemühle (die man selbstverständlich nur für Pigmente reserviert) ist perfekt!

Selbstgemacht ist gleichwertig?

Möglicherweise haben Sie bereits erste Versuche gestartet und waren enttäuscht: Die Mineral Foundation wirkte kalkig (oder, im Gegenteil, speckig) und unnatürlich, und sie sind wieder zur gekauften (oder zu anderen Make-Up-Produkten) zurückgekehrt. Ein absolut natürliches, »unsichtbares« Ergebnis – also ein ebenmäßiges Hautbild, das wie ungeschminkt wirkt – wird im Wesentlichen durch 2 Faktoren geprägt:

Faktor 1: Die Pigmente

Tatsächlich gibt es große Unterschiede zwischen Titandioxid und Titandioxid, Eisenoxid und Eisenoxid. Pigmente bedienen einen großen Markt, und nur ein kleiner Teil aller Pigmente wird für kosmetische Zwecke hergestellt. Ein Pigment kosmetischer Qualität muss im Labor auf Rückstände geprüft werden, denn leider sind gerade natürliche Erden und Oxide u. U. mit unerwünschten Rückständen an Schwermetallen u. a. belastet. Daher wird ein großer Teil aller Pigmente heute synthetisch in einer überzeugenden Reinheit hergestellt (und dies schützt Naturflächen, denn Steinbrüche sind keine Areale mehr, die Pflanzen- und Tierarten ein Zuhause bieten können). Kosmetische Pigmente weisen in der Regel zudem eine sehr kleine Partikelgröße auf, die Voraussetzung für eine natürliche Optik ist.

Kommerzielle Anbieter von Mineral -Make-Up unterstehen der Kosmetikverordnung, und Sie können sicher sein, dass diese geprüfte und hochwertige kosmetische Pigmente verwenden. Was wir als Endverbraucher in den Shops kaufen – und hier spreche ich in meiner Rolle als langjährige Kundin – ist größtenteils miserabel ausgezeichnet. Viele Anbieter kennzeichen ihre Pigmente nicht einmal als kosmetische Qualität; man findet keine Informationen über die Partikelgröße, manchmal fehlen sogar die korrekten INCI – und da kann es eben passieren, dass Sie tatsächlich Pigmente kaufen, die – in Mineral Foundation verarbeitet – ein kalkiges oder speckiges, unnatürliches Hautbild erzeugen: Sie sind für diesen Zweck nicht optimal.

Mit den Pure Minerals von Olionatura® erreichen Sie auch bei hoher Einsatzkonzentration im Endprodukt ein natürliches, ebenmäßiges Ergebnis – bei ausgeprägter Deckkraft. Das Geheimnis: Pigmente in vergleichbarer, feinster Partikelgröße und ein Herstellungsverfahren, das eine optimale, homogene Durchmischung garantiert. Ich habe eine Kundin, die meine Pure Minerals pur (!) als Mineral Foundation nutzt, weil sie für ihr durch eine frühere Akne bedingtes, unruhiges Hautbild eine hohe Deckkraft wünscht –  sie ist begeistert! Ich selbst mische sie mit bis zu 20 % Fillern und erhalte eine unsichtbare Foundation mit absolut natürlichem Finish. Sie haben – dank qualitativ hervorragender Pigmente – die Wahl: Hohe Deckkraft oder leichte Tönung, alles ist möglich.

Faktor 2: Der Pinsel

Neben qualitativ hochwertigen Pigmenten in feiner Partikelgröße benötigen Sie für ein optisch überzeugendes Ergebnis einen speziellen Pinsel zum Auftrag Ihrer Mineral Foundation. Der klassische Pinsel für diesen Einsatz ist ein Kabuki. Gute Kabukis sind sehr dicht gebunden, und dadurch nehmen die Pinselhaare die Pigmente in sich auf und geben sie sehr kontrolliert in feinen Dosierungen wieder ab. Bei weich gebundenen Pinseln ist die Pigmentabgabe zu stark, und schon wirkt das Ergebnis kreidig und unnatürlich.
Daneben müssen die Haare extrem weich sind, da wir nicht nur kurz über die Haut pudern, sondern die Pigmente für ein absolut unsichtbares Ergebnis kreisend und klopfend in die Haut einarbeiten. Daher rührt auch der meistens kurze Stiel des Kabuki: Mit diesem lässt sich die Mineral Foundation gezielter auftragen.

Kabuki von Olionatura®

Mein Kabuki für ein natürliches Mineral-Make-Up: Elegant, hochwertig und sanft zur Haut.

Mit einer Handvoll hochwertiger kosmetischer Basispigmente und farbigen Mica können Sie alles umsetzen: Mineral Foundation, Gesichtspuder, den Lidschatten in genau der Farbe, die Sie schon immer haben wollten, zarte Blushs, Concealer, Bronzer – und pflegende Lippenstifte! Die Kosten? Ein Bruchteil dessen, was Sie bisher für kommerzielle Produkte ausgegeben haben. Die Qualität? Besser als ein Großteil der Kaufprodukte. Denn Sie bestimmen, was Sie hinzufügen, was sie weglassen, wie deckend oder transparent, schimmernd oder matt Ihre Produkte werden.

Olionatura®-Pigmente

Für meine Seminare »Dekorative Kosmetik« habe ich Pigmente eingekauft, die meinen Qualitätsansprüchen entsprechen und meiner Vorstellung einer dekorativen Naturkosmetik. Sie sind ausschließlich für den kosmetischen Einsatz hergestellt und nach europäischen Vorgaben geprüft. Selbstverständlich für mich ist, Einzelgebinde in stabilen, formschönen Dosen abzupacken, die für Lebensmittel geeignet sind und aus denen man sie gut entnehmen kann. Jede Dose wird einzeln versiegelt, zum Schutz des Inhalts und als Garantie dafür, dass Sie ein originales, hygienisches Produkt erhalten. Bei Abnahme mehrerer Dosen bzw. größeren Mengen wählen wir zertifizierte, zu 100 % kompostierbare Standbodenbeutel aus Kraftpapier, die innen mit einer cellulose-basierten Folie beschichtet sind.

Pigmente von Olionatura werden versiegelt geliefert.
Olionatura-Pigmente werden grundsätzlich hygienisch versiegelt und in formschönen, stabilen Dosen geliefert, aus denen sich die Produkte gut entnehmen lassen.

Kosmetikpigmente gehörten für mich früher zu den Rohstoffen, die ich ungerne einkaufte: In kleine Plastiktütchen gefüllt, aus denen sich die Farben nur mit Mühe entnehmen ließen, die unweigerlichen Pigmentspuren auf den Tütchen, wenn man sie verschließen wollte, die spärlichen (oder fehlenden) Auszeichnungen in den Shops, die die Identifizierung der Farben zu einem Ratespiel machten … Ich weiß, dass die Abfüllung in Dosen den Preis jedes Pigments deutlich erhöht, aber aus meiner Sicht ist dies im Hinblick auf Nachhaltigkeit der richtige Schritt. PET-Dosen lassen sich sehr gut reinigen (bitte nicht in der Spülmaschine, sondern handspülen), überstehen auch einen Sturz auf Fliesenboden (selbst – unfreiwillig – getestet!) und sind bei guter Pflege über Jahre wiederverwendbar. Glauben Sie mir, Sie möchten den Moment eines auf den Fliesenboden stürzenden, mit Pigmenten gefüllten GLASES nicht erleben. Ich liebe und  bevorzuge Glas – bei Pigmenten sind die PET-Dosen die pragmatische (und sichere) Alternative.

Wünsche und Anregungen?

Ich bemühe mich in diesem für mich neuen Prozess, alles aus meiner langjährigen Sicht als Kundin so umzusetzen, wie ich es mir immer gewünscht hätte – aber sicher gibt es weitere Ideen, und genau die interessieren mich! Haben Sie Wünsche an und Anregungen für mich, die das Sortiment und die Produktbeschreibungen betrifft? Schreiben Sie mir!

22 comments

  1. Stadler Gabriele

    Guten Morgen,
    Ich finde Ihren Beitrag sehr interessant und möchte schon lange ein Make up oder Foundation selber machen. Leider bin ich auf diesem Gebiet ein absoluter Neuling. Ich möchte deshalb ein Seminar besuchen. Ich wohne in der Nähe von München. Wissen Sie vielleicht wer so etwas anbietet?
    Herzliche Grüsse und einen schönen Sonntag.
    Gabi Stadler

    1. Heike Käser

      Guten Morgen, liebe Frau Stadler,

      leider kann ich Ihnen (außer mir selbst) keine Anbieter aus eigener Erfahrung nennen.

      Liebe Grüße
      Heike Käser

  2. Alina Florescu

    Liebe Heike,was gibt für alternative statt Kaffemühle wenn man kleine menge( 10 g) mischen will? ich mische gerne die Pigmente mit Sericite CW und LL,die Mühle ist zu gross und es bleibt alles drinnen geklebt
    lg Alina

    1. Heike Käser

      Liebe Alina,

      ich mische sogar 5 g in meiner kleinen Kaffeemühle. 🙂 Ich lege ein Stück Klarsichtfolie über den Innenraum, bevor ich den Deckel aufsetze und mixe dann. So bleibt nichts im Deckel kleben.

      Herzliche Grüße
      Heike

  3. Hallo, kurze Frage..kann mir bitte jemand sagen wie ich dieses “Mineralpuder” in etwas deckender und langanhaltender bekommen kann ? (welche Zutaten nimmt man hierfür ?)
    Danke im Vorraus 🙂
    Lg Anna

    1. Heike Käser

      Liebe Anna,

      eine reine Mischung aus Eisenoxiden und Titandioxid ist die deckendste Mischung. Es gibt kein Pigment mit höherer Deckkraft. Die Deckkraft regelt man beim Auftrag über die Menge, die aufgetragen wird. Auch die Haftung ist bereits pur sehr gut und übersteht nach eigenen Erfahrungen sogar ein Duschbad. Ein wenig Magnesiumstearat kann diese noch verstärken.

      Liebe Grüße
      Heike

  4. Hallo,
    eine tolle Seite. Nehme gerade eine Großbestellung auf;) ich möchte looses Mineral-Make up herstellen. Ca 10g. Bin mir allerdings nicht sicher mit Mengenverteilingen. Können Sie mir weiterhelfen?

    LG Anna

    1. Heike Käser

      Liebe Anna,

      Du findest auf Olionatura.de eine Beispielformulierung für eine Mineral Fundation.

      ich arbeite mit meinen eigenen Pigmentmischungen, die es im Olionatura-Shop gibt (die »Pure Minerals«). Im verlinkten Beitrag stehen auch Hinweise zum Selbermischen des Hauttons aus Eisenoxiden.

      Viel Erfolg

      Heike

  5. Helleborus

    Guten Abend Heike, ich bin begeistert von der Mineral Foundation und verwende kein anderes Produkt mehr, meine gerötete Rosacea Haut wird sehr gut damit korrigiert.
    Nun meine Fragen, kann ich das Make up noch mehr fixieren?
    Kann ich die Mineral Foundation auch pressen, um zum Beispiel für unterwegs eine Puderdose damit zu füllen?

    1. Liebe Helleborus,

      die MF ist an sich bereits gut haltbar (die verwendeten Pigmente haben per se eine vergleichsweise gute Haftung gegenüber anderen Pigmenttypen), aber unter der Maske zeigen sich doch Grenzen der Haltbarkeit. Ich vermute, mein Problem ist auch Deins. 🙂 Ich sehe täglich am Inneren der Maske, dass auch die MF färbt.

      Loser Puder hilft auch nicht, ich trage einen über meiner Satin Compact Foundation.

      Pressen kannst Du MF wie jedes Puderprodukt, Du musst die Pigmente mit einem Binder versetzen, z. B. Jojobaöl oder Wiesenschaumkrautöl. Ich gebe gerne reines Ethanol dazu und verreibe alles, bevor ich die 5 g (ich stelle meistens 5 g MF her) in meiner Pigmentmühle mische. Ethanol als Zusatz verbackt die Pigmente stärker als es Öl alleine tut.

      Herzliche Grüße

      Heike

      1. Gudrun Dillenburg

        Liebe Heike, ich habe nun schon mehrere Male die Mineral Foundation gepresst, bisher habe ich Wiesenschaumkrautöl und auch Jojobaöl als Binder verwendet. Das Ergebnis ist ok.
        Nun möchte ich auch die Variante mit dem Ethanol und Öl probieren. Welche Menge Ethanol empfiehlst du denn für 5g Pigmente zuzugeben?
        Herzliche Grüsse, und schon jetzt vielen Dank!
        Gudrun

      2. Guten Morgen, liebe Gudrun,

        pro Gramm Pigmentmischung gebe ich ca. 5 Tropfen Ethanol dazu. Es ist ein Anhaltspunkt, je nach Pigmenten können es auch mehr sein. Das Ethanol verfliegt.

        Liebe Grüße

        Heike

  6. Hallo, ich würde gerne einmal die Rezeptur für die Satin Compact Foundation ausprobieren. Meine Frage: Kann man auch einen LSF einarbeiten? Was nimmt man dafür und wie geht man da mit der Mühle vor? Vielen Dank.

    1. Guten Morgen,

      die in diesem Produkt vorhandene Dichte der Pigmente führt automatisch zu einem gewissen Lichtschutz. Da wir als Selbsthersteller keine entsprechenden Möglichkeiten haben, kann ich diesen Schutz leider nicht in einen konkreten LSF fassen. Selbstverständlich können Sie mit in Shops enthaltenen Lichtschutzpigmenten experimentieren – hier gilt jedoch das gleiche. Sin diese Pigmente mikronisiert, werden sie gleichzeitig nicht mehr so stark decken. Hinzu kommt, dass Pigmente verschiedene Ölaufnahmevermögen haben und dieses aus der Grundlage absorbieren. Sie müssten also – wie ich in meiner Formulierung – mit verschiedenen Anteilen an Pigmenten testen, wie sich das Produkt auf der Haut anfühlt und wie es sich mit der spezifischen Mischung, die Sie gewählt haben, verteilen lässt.

      Loebe Grüße

      Heike

  7. Sabine Weigl

    Liebe Heike,

    vielen Dank für den inspirierenden Artikel.
    Bin noch ein Rührküken, aber du hast recht, es ist nicht schwierig und durchaus erschwinglich.
    Dank deines Tips für die entsprechende Kaffeemühle.
    Ich habe mal darauflosgemischt – Grundmischung cashmere für mich aufgehellt , Mica dazu und Flawless und dgl. Alles penibel notiert bis ich zufrieden war und dann deinen Pigmentrechner gefüttert. Auch ihn finde ich grandios. Nun gibt es ja Empfehlungen für die Einsatzkonzentration, die habe ich allerdings z.B. bei Titandioxid stark überschritten. Ist das “egal”, Hauptsache der Ton passt oder hättest du noch eine Alternative für mich ?
    Hab vielen Dank.

    Herzliche Grüße
    Sabine

    1. Guten Morgen, liebe Sabine,

      vielen Dank für Dein Feedback und Deinen Erfahrungsbericht. Das ist auch für andere Leserinnen und Leser hilfreich. 🙂 Titandioxid kann man (glücklicherweise) nicht wie einen Wirkstoff überdosieren, die Grenzen setzt ausschließlich die Optik. Wenn der Ton in der Helligkeit passt, ist’s gut. In der Anwendung des Endprodukts wird man sicher Unterschiede spürten, je nachdem, wie »dick man aufträgt« – im wörtlichen Sinne. 🙂 Die Einsatzkonzentrationen, die Du lesen kannst, beziehen sich auf typische Produkte, sind aber nur (statistische) Hinweise.

      Besonders freut mich, dass Du zufrieden bist!

      Herzliche Grüße an der vermutlich ruhigsten Weiberfastnacht im Rheinland, seit ich denken kann

      Heike

  8. Katharina

    Liebe Heike,

    Ich bin so glücklich auf deiner Seite gelandet zu sein. Ich habe bisher nur Cremes und dergleichen zusammengerührt. In der dekorativen Kosmetik bin ich ein absoluter Neuling.
    Zuerst habe ich mir dein Mineral Foundation Rezept ausgesucht und alles nach Anleitung verarbeitet. Vorweg muss ich mal sagen, dass ich absolut überwältigt von dem Ergebnis bin. Ich habe immer ein halbes Vermögen für MF bezahlt und die waren nicht annähernd so herausragend wie die deine!!! GANZ GROßES LOB UND HERZLICHEN DANK!
    Ich bin mir beim mischen der richtigen Farbe nicht ganz klar wie das funktioniert. Der Farbe sollte ja zuerst angepasst werden, damit das gute Mica LL nicht zu lange gemixt wird. Wie teste ich dann mit der reinen Oxidmischung ob die Farbe für mein Gesicht passt? Einfach mit dem Finger auftupfen oder besser einmal ordentlich mit dem Kabuki einarbeiten?
    Ich habe zuvor einfach ein paar Krümel der Mischung mit dem Finger in Gesicht verteilt. Als der Ton passte habe ich das Mica untergerührt und danach sofort mit dem Pinsel alles aufgetragen. Leider war den Ton dann doch etwas zu hell geraten. Im Nachhinein nachdunkeln (einfach mehr Pigmentmischung unterrühren) geht vermutlich nicht ohne, dass das arme Mica LL seine Beschichtung einbüst, oder?
    Hast du da einen Tipp?

    Liebe Grüße, Katharina

    1. Liebe Katharina,

      ich danke Dir herzlich für Dein Feedback!

      Nun zu deiner Frage einige grundsätzliche Aspekte: Zunächst muss der Ton weitgehend stimmen. Die Aufhellung erfolgt i. d. R. mit Titandioxid. Abdunkeln funktioniert am besten mit Eisenoxiden. Die meisten Menschen benötigen Gelb – wir haben alle Gelbanteile in unserem Hautton. Manche benötigen ein wenig Rot dazu (immer deutlich weniger als Gelb), und eine Winzigkeit Schwarz kann sinnvoll sein, um einen Ton zu neutralisieren. Wer ganz kühle Haut hat, kommt mit Ultramarinblau gut zurecht (oder man mischt sich Eisenoxid Schwarz und Ultramarinblau vorher zu einem kühlen Schwarz – das gibt schöne Ergebnisse).

      Mica LL (oder normales Mica oder funktionelle Filler) sorgen dafür, dass die Haptik der Mischung weicher wird (also das Auftragsverhalten sanfte rund gleitender wird) und die Optik weniger »chalky«. Diese Pigmente verdünnen den Auftrag, machen ihn also transparenter, aber sie verändern die Farbe nicht deutlich.

      Du kannst jetzt aber etwas Pigmentmischung nehmen und diese mit der zu hellen Mischung in einer Fantaschale sanft reiben. Bitte Maske tragen – hat ja aktuell jeder zuhause. 🙂

      Herzliche Grüße

      Heike

  9. nwesthauser

    Liebe Heike Käser,

    ich bin total begeistert von der MF. Ruckzuck abgemischt und hält super. Seit ich aber nicht mehr hormonell Verhüte, glänze ich in der T-Zone schnell. Kann ich über die MF einen Puder geben? Oder ist das zu viel auf einmal?

    Kann man vielleicht direkt in die MF Maisstärke, Kaolin und Magnesiumstearat geben? Gibt es da Erfahrungen?

    Liebe Grüße Nicole

    1. Liebe Nicole,

      ja, Du kannst ohne Weiteres einen Gesichtspuder ergänzen. Diese sind ganz anders konzipiert, sehr leicht und stören die Hautphysiologie normalerweise nicht. Ich trenne die Inhaltsstoffe gerne, sprich: Die MF soll decken und das Hautbild egalisieren, der (oder das) Puder soll mattieren und fixieren.

      In Puderformulierungen arbeite ich gerne mit Mica, kosmetischer Maisstärke und Magnesiumstearat; bei starkem Fettglanz ist zusätzlich Kaolin eine gute Wahl – genau wie Du es notierst.

      Liebe Grüße

      Heike

  10. Julia Graedener

    Hallo, ich bin gerade auf Ihre Seite gestoßen, weil ich mich mehr mit Naturkosmetik beschäftigen möchte. Beim Durchlesen des Artikels Mineral Foundation ist mir aufgefallen, dass Sie Mica ansprechen – Mica wird sehr oft unter menschenunwürdigen Bedingungen und meistens von Kindern abgebaut, die in den Glimmermienen ihr Leben aufs Spiel setzen.
    Dann ist mir aufgefallen, dass Sie offenbar nicht wissen, wie gefährlich Titandioxid in einem Puder ist. In einer flüssigen Foundation ist er weniger gefährlich, weil das Mittel wasserunlöslich ist und so nicht in die Haut eindringt. In Puderform atmet man es automatisch ein und das kann krebserregend sein, kann z.B. Lungentumore verursachen.
    Ich finde Ihre Seite sehr schön organisiert, aber Sie sollten Ihre Nutzer auf jeden Fall über die beiden genannten Dinge aufklären.

    1. Liebe Frau Graedener,

      ich freue mich sehr, in Ihnen eine kritische und interessierte Leserin zu finden. Gerne kann ich Ihnen zu den von Ihnen angesprochenen Themen einige ergänzende Hinweise geben. Ich arbeite seit mehr als 15 Jahren auf dem Gebiet der Naturkosmetik und kann möglicherweise einige Aspekte zu Ihrer Argumentation hinzufügen. Wenn Sie sich für Naturkosmetik interessieren, lege ich Ihnen Olionatura.de ans Herz. Diese Webseite begleitet Menschen seit 2006 auf ihrem Weg zu gesunder Haut und zeigt ökologische und hautphysiologische Alternativen zu Kaufkosmetik auf.

      Glimmer (Mica) ist tatsächlich ein Rohstoff, der Probleme aufwerfen kann. In den letzten Jahren sind insbesondere Gebiete in Indien (dort vor allem im Nordosten Indien, u. a. Jharkhand) in die Kritik geraten, und das mit Recht. Aus diesem Grund finden Sie in meinem Shop Glimmer aus den USA und in Kürze einen wunderbaren Glimmer, der in Westeuropa nach unseren Standards abgebaut wird. Alle anderen Produkte basieren aus Glimmer, der nicht aus diesen Gebieten stammt bzw. gemäß der Responsible Mica Initiative bezogen wird. Es stimmt: Solche Initiativen bieten nie 100%igen Schutz vor schwarzen Schafen in der Lieferkette, gleich wie streng die Kontrollen sind. Ich denke tatsächlich, mit diesem Bewusstsein und diesen Widersprüchen müssen wir in unseren reichen, westlichen Industriestaaten umgehen lernen. Ist Bioanbau schlecht, weil es auch dort Betrüger gibt? Nein – es ist der einzige Weg, in Zukunft Mensch- und Tierwohl sowie Umweltschutz verantwortungsvoll zu realisieren und alle satt zu machen. Wir können uns nur bemühen, die besten Lösungen für alle Beteiligten zu finden. Tatsache ist auch, dass in Indien die Arbeit in Mienen oft die einzige Einnahmequelle ist. Wer hier im reichen Europa empört und unreflektiert zum Boykott von Mica, Palmöl oder anderen speziellen Rohstoffen aus diesen Ländern aufruft, nimmt vielen Menschen ihre Lebensgrundlage. Das Thema ist viel komplexer als Sie ahnen. Mindestens so kritisch zu bewerten wie Glimmer sind übrigens die in jedem Smartphone (außer dem Fairphone) verwendeten seltenen Erden. Haben Sie ein Smartphone? Rein statistisch vermute ich: Ja. Es ist westeuropäischer Standard, eins zu besitzen.

      Das »Glimmer-Problem« wird sich in Zukunft – zumindest was den Einsatz in Kosmetik angeht – mit großer Wahrscheinlichkeit von alleine lösen. Große, globale Firmen suchen eine neue Bezugsquelle für Glimmer und werden diese in Europa finden – nämlich exakt das Mica, auf dessen Lieferung ich sehnsüchtig warte. Die ersten Verträge werden gerade unterzeichnet. Ich vermute, andere Industrien wie die Autoindustrie werden weiter auf indischen Glimmer setzen. Die Frage ist tatsächlich, ob es den Menschen gedient ist, wenn niemand mehr dort Glimmer einkauft. Aus meiner Sicht können nur faire Kooperationen und ein soziales Engagement vor Ort die Verhältnisse ändern, nicht der Verzicht auf das Produkt, das diesen Menschen ein Einkommen sichert. Wovon leben Menschen in ihren Ländern? Von Rohstoffen, Industrien oder Tourismus. Jharkhand hat Rohstoffe.

      Zum Thema »Titandioxid« fehlen mir in Ihrer Argumentation einige Details. Das Problem betrifft in erster Linie Produkte, die innerlich eingenommen werden, neben Medikamenten vor allem Süßigkeiten, Glasuren für Lebensmittel, Fertigsoßen und vergleichbare Zubereitungen, denen das Pigment eine ansprechende weiße Farbe geben soll. Was Titandioxid in Kosmetik angeht, sieht das anders aus. Hier gibt es eindeutige Belege für die Unbedenklichkeit bei gesunder Haut. Einatmen sollte man Pigmente grundsätzlich nicht, und das ist aktuell der kritische Punkt, z. B. beim Einsatz von nanoskaligem Titandioxid in Aerosolen. Das Titandioxid, das wir in Mineral Foundation einsetzen, ist nicht nano (es soll ja decken, Nano-Titandioxid wäre transparent). Zudem können wir uns bei der Verarbeitung von Pigmenten gut schützen, z. B. durch das Tragen einer Maske. Auch beim Auftragen kommt es darauf an, wie Sie dies tun. Ich halte immer die Luft an, wenn ich Foundation oder Puder auftrage. 🙂

      Im Mai 2021 wurde Titandioxid noch einmal vom BfR eingeschätzt, man bezieht sich dort auf ein Paper des SCCS. Das SCCS ist das wissenschaftliche Experten-Komitee der EU-Kommission, das Scientific Committee on Consumer Safety. Konkret stellt der BfR 2021 fest: »The safety assessment has shown that the use of pigmentary TiO2 in loose powder up to a maximum concentration of 25% in a typical face make-up application is safe for the general consumer.« (Ich stelle gerade fest, diese Aktualisierung gehört in mein Portrait auf Olionatura.de ergänzt.)

      Im Internet gibt es leider sehr viele werbefinanzierte Plattformen, die Verunsicherung von Menschen als lukrative Strategie erkannt haben, um ihre Zugriffszahlen und damit ihre Einnahmen zu erhöhen. Viele davon haben aus fachlicher Sicht eine zweifelhafte Qualität (da hilft auch kein realer oder behaupteter Doktortitel). Ganz kritisch wird übrigens das »Zentrum der Gesundheit« bewertet. Umso wichtiger ist, Quellen kritisch zu prüfen (hilfreich ist z. B. dieses PDF) und möglichst viele Faktoren zu berücksichtigen, die einen Sachverhalt von verschiedenen Seiten beleuchten. Aus meiner Wahrnehmung führt die Fokussierung auf einzelne Aspekte globaler Probleme schnell zu Fehlinterpretationen und zu einem unangemessenem »Mit-dem Finger-auf-andere-Zeigen«, der nicht angebracht ist: Unser westeuropäischer Lebensstandard ist schlicht einer, der sich aus der Ausbeutung von Ressourcen der 3. Welt begründet (siehe Beispiel »Smartphone«). Versuche, etwas besser und gerechter zu machen, führen nicht selten zu neuen Problemen, wie am Beispiel von Avocados (von Veganern lange Zeit gehypt, ökologisch eher umstritten) oder Mikroplastik aus »veganen Produkt-Alternativen« deutlich wird.

      Ich hoffe, dass Sie aus den von mir verlinkten Ressourcen und meiner Argumentation wertvolle Anregungen ziehen können. Ihre Motivation ist auch meine, und die Themen »Ökologische Verantwortung« und »Fairer Einkauf« liegen mir sehr am Herzen. Wenn Sie sich im Shop umschauen, werden Sie erkennen, dass ich bevorzugt auf deutsche und europäische Produkte setze (auch wenn diese teurer sind) und mit kleinen deutschen Manufakturen zusammenarbeite, um Lösungen zu finden. Den Shop führe ich nebenberuflich, um qualitativ hochwertige Produkte für meine Seminare verwenden zu können; ich lebe nicht davon. Er ist eine Herzenssache. Wer hinschaut, wird genau dies erkennen.

      Liebe Grüße

      Heike

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