Aloe-Vera-200:1-Basis

Aloe-Vera-Basis von Olionatura®

Ich schätze Aloe Vera in meinen eigenen naturkosmetischen Produkten. Neben reinem Aloe-Gel von Santaverde verwende ich am liebsten Aloe-Vera-Pulver 200:1, weil es mikrobiologisch stabiler ist. Einziger Nachteil: das Pulver ist stark hygroskopisch, und Luftfeuchtigkeit verwandelt es innerhalb weniger Wochen in eine klumpige, klebrige Masse, gleich wie sorgfältig ich es verpacke. Nun habe ich eine Lösung gefunden.


Vor Monaten wagte ich ein Experiment, als der Blick in meinen Vorratsschrank ein niederschmetterndes Ergebnis zeigte: Wieder war der Inhalt in wenigen Wochen zu einem undefinierbaren Klumpen verschmolzen. Kurzerhand mischte ich

  • 1 Teil des Aloe-Vera-Pulvers 200:1
  • mit 2 Teilen pflanzlichem Bio-Glycerin

Das Ergebnis sehen Sie auf dem Foto: ein homogenes, stabiles Gel, das im Laufe der Zeit übrigens völlig transparent wird und wie flüssiger Honig aussieht. Ich habe mein Rührwerk verwendet und alle Ingredienzien (die bereits zusammengebacken waren) bei 2000 rpm dispergiert. 0,5–1%ig eingesetzt erhalten Sie mit diesem Konzentrat ein ca. 30–60%iges Aloe-Gel. Wem dies zu konzentriert (oder die feine Dosierung zu heikel ist), kann die Glycerin-Menge erhöhen und andere Konzentrationen erreichen. Probieren Sie es aus, es klappt vorzüglich! Mittlerweile stelle ich prinzipiell diese Aloe-Basis her; mit frischem Pulver geht dies kinderleicht. Ich bewahre es im Kühlschrank auf; die Haltbarkeit beträgt nach meinen Erfahrungen mindestens 6 Monate 9 Monate (Nachtrag am 09.10.12: Ich verwende meine im Januar angesetzte Basis immer noch; sie bleibt im Kühlschrank einwandfrei).

Filed under Rohstoffe, Tipps aus der Rührpraxis

Ich bin »die Frau hinter Olionatura« und der Rührküche. Seit mehreren Jahren begeistere ich mich für das Herstellen von naturkosmetischen Pflegeprodukten, bemühe mich um neue interessante und sinnvolle Rohstoffe für uns Selbstrührer, entwickle Rezepturen und schreibe – neben Büchern – u. a. in diesem Magazin.

33 Comments

  1. Ich bewahre mein Pulver im Keller (=sehr kühl) im verschließbaren Sackerl und zusätzlich noch in einer Tupperdose auf. Bisher alles noch pulvrig. Ich hatte es mal unabsichtlich im Kühlschrank gelagert, ja, da wurde es klumpig. Aber die Basis ist auf jeden Fall eine super Idee.

  2. Guten Morgen, Splash,

    ähnlich halte ich es auch, aber irgendwann kommt die Feuchtigkeit in mein Pulver hinein, leider. Das war bisher ein Kreislauf: ich habe wenig Pulver verwendet, weil es sich so schlecht verarbeiten ließ, und je länger es lag, umso klumpiger wurde es. Irgendwann habe ich Tests gemacht und ein wenig Pulver separat in Alkohol und in Glycerin gegeben – das Ganze stand ein paar Stunden verschlossen in kleinen Rollrandgläsern. Zuerst schien der Alkohol bessere Lösungmitteleigenschaften zu zeigen, aber nach ein paar Stunden (ohne Rühren) hatte sich das Aloe-Pulver vollständig im Glycerin gelöst, während die alkoholische Mischung noch Partikel zeigte. Seitdem arbeite ich mit dieser Mischung.

    Liebe Grüße
    Heike

  3. Sehe ich das richtig, dass sich das Pulver in Glycerin auch gut löste, als es schon verklumpt war?

    • Guten Morgen, Splash,

      ja, es war mein »letzter Versuch«, sonst hätte ich es weggeworfen. :-) Das angeklumpte habe ich jedoch dispergiert – mit Rührwerk, ein Stabmixer sollte noch bessere Dienste leisten.

      Liebe Grüße
      Heike

  4. Wow die Glycerin-Lösung scheint ja die perfekte Lösung zu sein. Ich habe bisher verklumptes Pulver immer wegschmeisse müssen, weil ich einfach nicht wusse, wie ich es noch verarbeiten soll…Hätte ich das mal vorher gewusst ode wäre etwas besser im Chemie-Unterricht gewesen :D

    • Hallo Fabiane,

      Glycerin ist wirklich ein sehr gutes Lösungsmittel für viele Rohstoffe, zumal es auch konserviert. Bei Klumpen brauchst Du aber auch ein kräftiges Rührgerät mit Messern (z. B. Stabmixer), weil das Glycerin nicht ohne Weiteres in die großen Brocken dringt.

      Ich mag mein Aloe-Vera- 200:1 jedenfalls seit dieser »Entdeckung« wieder sehr gerne. :-D

      Liebe Grüße
      Heike

  5. Ich habe noch nicht mit Aloe-Vera-Pulver gearbeitet, aber sollte ich es mal versuchen wollen, ist das natürlich die perfekte Lösung.
    Mir sind schon einige Male deine hübschen Glasspatel aufgefallen, die ich bis jetzt vergeblich gesucht habe. Würdest du mir verraten, von wo du sie beziehst? Das wäre wirklich super nett von dir. Vielen Dank.

    Liebe Grüße Nicola

  6. Liebe Nicola,

    Du meinst die sanft geschwungenen transparenten Spatel oben auf dem Foto?

    Das ist Kunststoff, und es gibt sie bei Aroma-Zone, ich glaube, im 5er- oder 10er-Pack.

    Liebe Grüße
    Heike

  7. Ja Heike, genau die meine ich. Für mich sehen sie aus wie Glas, sehr edel. Vielen Dank für deine Mühe.

    Liebe Grüße Nicola

  8. Hallo Heike!
    Bin ein bisschen spät dran aber hier noch eine Frage:
    Wie würden dann die INCI aussehen – Aqua, Glycerin, Aloe Barbadensis oder Aloe Barbadensis Juice?
    Und z.B. mit 1% in einem Hydrolat?
    Ich bin dir so dankbar für diese Idee, hatte Aloe Vera schon total aufgegeben und jetzt erst wieder das Pulver bestellt (als ich die Tüte aufmachte, begann es schon bei der Luftfeuchtigkeit hier 80%+ zu klumpen…).
    Also nochmals DANKE,
    Judy

  9. Liebe Judy,

    ich würde »Glycerin, Aqua, Aloe Barbadensis« notieren, weil ich als Handelsprodukt eben dieses konzentrierte Pulver nehme.

    Was meinst Du?

    Liebe Grüße
    Heike

  10. Wenn man es in die Wasserphase einrührt müsste wahrscheinlich ‚Aqua‘ an erste Stelle, dann Glycerin und Aloe?
    Lotioncrafter in den US führen ihr Aloe Vera 200X Powder, Certified Organic unter der INCI „Aloe Barbadensis Leaf Juice“ – das verwirrt mich ein wenig…

    Aufjedenfall tut es gute Dienste in meinem Toner mit Rosenhydrolat und im Shampoo.

    Alles Liebe,

    Judy

    • Ah, Judy,

      Du meinst die INCI des Gesamtprodukts? Ich habe mich nur auf die reine Basis bezogen; diese enthält nur das Wasser des verwendeten Glycerins, in jedem Falle nicht mehr als 13,5 % (wenn man vom 86,5%igen ausgeht).

      Unter »Juice« würde ich immer den Saft verstehen, mit Wasseranteil.

      Das Amtsblatt der Europäischen Union nennt einfach »Aloe barbadensis«.

      Liebe Grüße
      Heike

  11. Hallo liebe Heike
    Herzlichen Dank für die Super-Idee. Kann man auch Basen aus anderen hygroskopischen Pulvern machen? Habe noch eine Idee für Seidenprotein-pulver, dass bei mir auch gerne verklumpte. Einige Firmen packen kleine Beutel mit Silika-Gel Kügelchen (kleine Papiertütchen)zu ihren Nahrungsergänzungstabletten (z.B. Kalcium usw.) um sie trocken zu halten. Ich habe diese Tütchen gesammelt und packe sie zusammen mit den Pulver-Dosen in eine luftdichte Lebensmittel-Dose. Liebe Grüsse Sabine

  12. Hallo, liebe Sabine,

    ich habe keine konkrete Erfahrung mit diesem Sedenproteinpulver, aber grundsätzlich sind mit Glycerin als Lösungsmittel sehr schöne Wirkstoffzubereitungen möglich, die zum einen zusätzlich hydratisierende Eigenschaften ergänzen, zum anderen konservieren.

    Diese Silica-Beutelchen kenne ich. :-) Sie sind sicher effektiv.

    Liebe Grüße
    Heike

  13. Hallo liebe Heike
    Danke für die Antwort, werde es Dir mitteilen, falls ich positive Erfahrungen damit mache. Falls Fragen hier erlaubt sind: Meine Freundin hat Rosacea. Welche Rohstoffe sind ideal? Meine Idee: Esteröle, reizfreie und Oxidationsstabile Wirkstoffe, ev. Barrierschutzbasis? Sie hat es stärker wenn sie der Sonne/Wind ausgesetzt war. Danke übrigens für deine Tolle Arbeit, die super Bücher, all die Rezepte, Tips und Forschungsarbeit. Sehr Professionel! Lliebe Grüsse, Sabine

  14. P.S. Hallo Heike, ich nochmal :-)
    Habe soeben den Link zu Dr. Lautenschläger gefunden. Da gibt es einiges zu Rosacea. Werde mich mal schlau machen. Falls jemand Tips hat, mehme ich sie auf jedenfall gerne entgegen. Mit meiner Einschätzung der Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung lag ich gar nicht schlecht, wie ich dem Ersten überfliegen der Artikel entnehme. Liebe Grüsse, Sabine

  15. Petra Kling

    Eine ganz prima Idee.
    Seit Wochen habe ich einen hartnäckigen, juckenden Hautausschlag am Oberarm. Nichts wollte helfen. Ich habe eine Mischung mit Hamameliswasser aufgetragen. Das Jucken war innerhalb kurzer Zeit weg, der Ausschlag wird zusehens weniger.

  16. etwas spät, hoffe es gibt trotzdem eine Antwort…

    Heike in welcher Konzentration verwendest du es in deinen Emulsionen und kann man es mit der Wasserphase zusammen erhitzen oder sollte man es in die abgekühlte Wasserphase zugeben?

    • Liebe Ina,

      ich gebe sie in die handwarme Emulsion und rühre dann kalt; sie mischt sich sehr leicht. So würde ich es auch in anderen Produkttypen tun, also Gesichtswasser, Seren und andere.

      Liebe Grüße
      Heike

  17. Liebe Heike,
    ich hab jetzt eine Basis mit Glycerin und Gelee royal-Pulver versucht, da dieses auch sehr zum Verklumpen neigt. 5 g Gelee royal mit 20 g Glycerin vegetal gemischt ergibt ein Gel welches nach einigen Tagen stichfest wird. Verwendet hab ichs noch nicht, bin neugierig wie es sich macht.
    LG
    Edith

    • Liebe Edith,

      ein Versuch ist es wert. :-) Möglicherweise kannst Du das Gel noch einmal kräftig dispergieren? Manchmal verändern sich die Gelstrukturen zu einer angenehmeren Konsistenz.

      Liebe Grüße
      Heike

  18. Hallo Heike,

    nochmals ich.
    Ich wollte jetzt die Basis machen, aus Faulheit aber nur mit einem Glasstab. Meinst du es klappt auch?

    Ich werde auf jeden Fall berichten.

  19. Marjorie

    hallo,
    Stieß ich auf Ihre Website durch Zufall, und ich fand wunderbar.
    Ich verstehe nicht, wie Sie für die Auflösung von Aloe Vera Gel führt.

    Zum Beispiel: Ich 5g 200:1 Aloe Vera, Glycerin in Gramm, wie ich in die Datenbank hinzufügen? 10 g?
    Dann, wenn meine Basis getan, würde ich zwischen 1 und 0,5% für 98,5 oder 99% Wasser zu 100% Aloe Vera Gel verwenden? ist das richtig?
    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.
    Marjorie herzlich

    • Liebe Marjorie,

      Aloe-Vera 200:1 ist hoch konzentriert; mit meiner Basis haben Sie, wenn Sie sie 0,5%ig auf das Gesamtprodukt dosieren, eine Konzentration, die einem 30%igen Aloe-Gel entsprechen würde. Sie geben also, wenn Sie ein »Gel« herstellen wollen, 99 oder 99,5 % Wasser hinzu. In dieser Mischung wären dann aber noch Glycerin (aus der Aloe-Vera-Basis) und leider keine Konservierung– und es wird keine Gelkonsistenz haben, sondern flüssig sein. :-)

      Wieviel Glycerin sie haben, können Sie ausrechnen, es nimmt 2/3 der Gewichtsmenge ein.

      Liebe Grüße nach Frankreich
      Heike

  20. Hallo,
    ich bin mit diesem Konzentrat leicht überfordert. Wenn im Rezept steht, 1% von dem Konzentrat 200:1, wieviel Gel (Aloe Vera Gel, Konzentrat 10:1) müsste ich da stattdessen nehmen? Ich möchte das Konzentrat gerne ersetzen, da ich das Aufmischen des Konzentrates nicht ganz verstehe.

    Liebe Grüße
    Angelica

      • Angelika, bitte entschuldige – ich hatte bis heute wichtige Abgabetermine und habe alles andere liegenlassen.

        Du kannst Dir die Konzentration sehr einfach ausrechnen, die Formel lautet:

        Gewünschte Verdünnung in % geteilt durch vorhandene Konzentration = erforderliche Menge des Konzentrats

        Beispiel:

        Du möchtest ein 30%iges Aloe-Gel herstellen und hast das Gel, das 10-fach konzentriert ist (10:1).
        Dann rechnest Du

        30 % : 10 = 3 %. Du benötigst also 3 % von dem 10-fach konzentrierten Gel – der Rest ist dann Wasser (oder Hydrolat).

        Du musst Dich nicht an meiner Basis orientieren, sondern daran, wie konzentriert Dein Gel für die Wasserphase sein soll. :-)

        Meine Angabe von 0,5 % Aloe-Basis 200:1 ist rechnerisch aufgerundet, man braucht eigentlich nur 0,45 g – nicht jeder hat eine Waage mit 2 Nachkommastellen … daher.

        Liebe Grüße
        Heike

  21. Hallo Heike,

    vielen, vielen Dank für die Antwort! Ich kenne mich jetzt aus.

    Liebe Grüße
    Angelica

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.