
Frei von Konservierungsmitteln?
J Herstellung, Kosmetische Chemie
W Schlagwörter: INCI, Konservierung
r 12.01.2011
Wer die Entscheidung trifft, naturkosmetische Produkte selbst herzustellen, knüpft daran nicht selten die Erwartung, unerwünschte Inhaltsstoffe zukünftig vermeiden zu können. Im Hinblick auf Farbe und Beduftung ist dieses Ziel leicht realisierbar. Schwieriger gestaltet sich jedoch der Verzicht auf Konservierungsstoffe – es sei denn, es werden Kleinstchargen gerührt, im Kühlschrank aufbewahrt, mit Spatel entnommen und innerhalb weniger Tage aufgebraucht. Wer dafür immer Zeit hat: perfekt!
Konservierungsmittel genießen einen schlechten Ruf – so schlecht, dass es mittlerweile zur Marktstrategie naturkosmetisch orientierter Firmen gehört, ihre Produkte als »frei von Konservierungsmitteln« auszuloben. Ein geschulter Blick auf die INCI offenbart jedoch oft Erstaunliches; wir werden gleich einen Blick gemeinsam wagen. In diesem Beitrag ist es mein Anliegen, Ihren Blick für Produktaussagen zu schärfen und deutlich zu machen, warum Konservierung für Ihre Hautgesundheit nicht immer die schlechtere Alternative ist. Es wird interessant, das verspreche ich Ihnen!
»Ich will nicht konservieren!«
In meinem Forum werde ich gerade von Rühreinsteigern oft mit der Aussage konfrontiert, es gebe ja auch konservierungsmittelfreie Kaufkosmetik, das müsse ja auch zuhause zu realisieren sein. Meine Antwort ist immer die gleiche: Es gibt keine betont wasserhaltigen Produkte, die ohne antimikrobiellen Substanzen konzipiert sind. Betrachten wir einmal exemplarisch die Werbeaussage einer bekannten Naturkosmetik-Firma, deren Produkte nach eigenen Aussagen frisch hergestellt werden:
Keine Konservierungsmittel, betont diese Information auf einer Shopseite, die Ringana-Produkte verkauft. Ich versichere Ihnen: das stimmt nur formal, und ich werde gleich darlegen, warum. Zunächst jedoch: der Anbieter handelt im gesetzlich korrekten Rahmen. Möglich wird eine solche Aussage durch § 3 a, Absatz 1 der Kosmetikverordnung, der Konservierungsstoffe wie folgt definiert (Kosmetik-Verordnung i. d. Fassung der Bekanntmachung v. 7. Oktober 1997 (BGBl. I, S. 2410), zuletzt geändert durch die Verordnung v. 9. August 2010 (BGBl. I, S. 1146)):
»Konservierungsstoffe im Sinne dieser Verordnung sind Stoffe und Zubereitungen, die kosmetischen Mitteln überwiegend zu dem Zweck hinzugefügt werden, die Entwicklung von Mikroorganismen in diesen Erzeugnissen zu hemmen.«
»Überwiegend« ist das Zauberwort, das Kosmetikherstellern einen gesetzlich verankerten Spielraum für den Einsatz von Ingredienzien lässt, die neben verschiedenen kosmetisch erwünschten Funktionen auch antimikrobielle und damit produktkonservierende Eigenschaften aufweisen. So verhält es sich auch mit einigen Ringana-Produkten und denen unzähliger anderer Firmen. Der folgende Screenshot stammt aus dem Ringana-Produktbuch »haltbar bis« und zeigt die INCI der »Sanften Reinigungsmilch«; drei Inhaltsstoffe habe ich grün markiert:

Die 3 grün markierten Inhaltsstoffe sind Phenethyl Alcohol, Undecylenoyl Glycine und Capryloyl Glycine – 3 auf natürlichen Substanzen pflanzlicher Herkunft basierende kosmetische Rohstoffe, die neben anderen Eigenschaften vor allem eine haben: Sie wirken antibakteriell und/oder gegen Hefen und Schimmel. Man summiert diese Substanzen gerne unter dem Begriff »multifunktionale Additive«:
- Phenylethyl Alcohol ist ein rosenähnlich duftender, fungizid wirkender organischer Alkohol, der u. a. bei der Destillation von Rosenblüten gewonnen wird. Er wird in der Regel aus Kostengründen synthetisch hergestellt. Er wird sowohl als natürlicher Duftstoff wie auch als »antimicrobial ingredient« deklariert und ist z. B. als Dermosoft® PEA eco im Handel.
- Undecylenoyl Glycine ist ein Aminosäure-Derivat (exakt ein Ester aus der Aminosäure Glycin und einer Fettsäure) und wirkt gegen Bakterien, vor allem gegen Hefen und Schimmel (im Handel z. B. als Lipacide® UG von Seppic), es wird u. a. als Anti-Schuppenmittel und in Aknepräparaten eingesetzt. »Undecylenoyl glycine has broad specrum antimicrobial activity that enhances protection of formulas against microbiological assault and also allows formulation of preservative free products«, erläutert die Firma Naturopathica; der Hersteller Seppic bewirbt die antimikrobiellen Eigenschaften, das Produkt »reduces the quantity of preservative«.
- Capryloyl Glycine, ebenfalls ein Aminosäure-Derivat, gilt als ausgezeichnet wirksam gegen gram-positive und gram-negative Bakterien (im Handel z. B. als Lipacide® C8G, ebenfalls von Seppic). Es wird gerne als Anti-Akne-Mittel eingesetzt. Auch dieser Substanz bescheinigt der Hersteller seine Fähigkeit, die Menge an Konservierungsmitteln senken zu können.
Frei von Konservierungsmitteln? Im formalen Sinne, d. h. im Sinne der Kosmetikverordung, stimmt diese Aussage. Im chemischen Sinne stimmt sie mitnichten – und das ist gut so. Nur mikrobiologisch einwandfreie kosmetische Produkte sind gut für unsere Haut.
Die Firma Dr. Hauschka geht übrigens einen ganz anderen Weg; ich finde auf der Webseite des Herstellers keine herausgestellten Produktclaims, die die Freiheit von Konservierungsmitteln betonen, obwohl dies formal möglich wäre. In den Fragen und Antworten wird der Frage, warum einige der kosmetischen Präparate Alkohol enthalten, mit einer klaren Aussage begegnet: Er helfe, »auf chemisch-synthetische Konservierungsstoffe zu verzichten«.
Die am häufigsten verwendete Substanzgruppe, deren konservierende Eigenschaften in Kauf-Naturkosmetik genutzt werden, sind mehrwertige Alkohole, die zu den Polyolen gezählt werden: Ethanol (Weingeist) und Glycerol sind auch dem Selbstrührer vertraut. Auch viele ätherische Öle haben durch ihre phenolischen Verbindungen ein antimikrobielles Wirkstoffspektrum – Phenole werden ebenfalls zur Gruppe der Polyole gezählt. Gemeinsam ist diesen Stoffen, dass sie mehrere Hydroxygruppen enthalten – und dass sie multifunktionell sind: Sie duften (ätherische Öle), befeuchten (Glycerin, Sorbitol, Mannitol usw.), erfrischen und tonisieren (Ethanol) – und helfen, eine kosmetische Zubereitung mikrobiell zu stabilisieren.
Grundkontamination und Konservierungsreserve
Warum aber ist Konservierung so wichtig? Ich habe einige Grafiken vorbereitet, die die Kernbegriffe einer erfolgreichen Konservierung visualisieren sollen. Wichtig: diese Grafiken stellen nur das grundsätzliche Prinzip dar, sie sind kein Abbild echter Moleküle.
Stellen Sie sich ein Konservierungsmolekül vor: Ich habe oben eins gezeichnet: es kann vier Mikroorganismen »greifen« und damit inaktivieren, sie also zuverlässig an der Vermehrung hindern. Dieses hier hat noch zwei »Ärmchen« frei. Die Emulsion ist sehr sauber hergestellt und die Grundkontamination, also die Besiedlung der Emulsion direkt nach Herstellung gering. Das eingebrachte Konservierungsmittel hat sogar noch eine Konservierungsreserve: wenn wir mit den Fingern in den Tiegel Creme greifen, bringen wir neue Keime mit ein. In dem hier demonstrierten Fall in der unteren Abbildung werden diese noch zuverlässig durch die freien Kapazitäten erfasst und deaktiviert – die Konservierung wirkt:

Nun schauen wir uns in der Abbildung unten ein anderes Szenario an: hier hat das Molekül im wahrsten Sinne des Wortes »alle Hände voll zu tun«. Die Grundkontamination der Emulsion ist durch eine nicht optimale Herstellung (oder die Verwendung von mikrobiell kontaminierten oder mit Schwebstoffen belasteten Rohstoffen) ungewöhnlich hoch. Auch wenn wir das Konservierungsmittel nach Angaben des Herstellers dosieren, sollten wir nie aus dem Auge verlieren, dass diese Angaben sich auf industrielle Produktionsprozesse beziehen, die nahezu steril ablaufen. Was passiert in der Emulsion?
Die Emulsion ist stark kontaminiert; das Konservierungsmittel kann nicht mehr alle Mikroorganismen deaktivieren. Auch eine Konservierungsreserve fehlt: wenn hier noch zusätzliche Keimbelastungen auftreten (z. B. durch den Griff mit den Fingern in den Tiegel oder vorhandene organische Stoffe, die den Mikroorganismen einen perfekten Nährboden bieten – wie frisch hergestellte pflanzliche Gele), explodiert das Keimwachstum exponentiell.
Was ist mit W/O-Emulsionen?
Es gibt einen Emulsions-Typ, der Wasser enthält, aber dieses Wasser nicht als äußere, sondern in Form kleiner Tröpfchen als innere Phase aufweist: Wasser-in-Öl-Emulsionen, kurz »W/O«. Für diese Emulsionsform gilt tatsächlich, dass sie wesentlich stabiler gegen mikrobielle Kontamination ist als die wasserbetonten O/W-Emulsionen, die wir in der Regel herstellen. Dennoch empfehle ich auch hier zu konservieren, wenn Sie die Creme im Badezimmer über 4 Wochen (oder länger) verwenden möchten. Grund ist: W/O-Emulsionen »schwitzen« zum Teil Wasser aus, es können sehr geringe, kaum wahrnehmbare Mengen sein. Dieses Kondenswasser lagert sich auf der Oberfläche der Emulsion als feiner Niederschlag oder im Deckel des Behälters ab und ist schnell verkeimt. Zudem ist bei selbst hergestellten W/O-Emulsionen nicht immer sicher, dass sie wirklich in Reinform vorliegen. Bereits etwas Lecithin (vor allem Lysolecithin) kann eine Emulsion schnell in eine Mischemulsion verwandeln, und schon ist Keimfreiheit nicht mehr garantiert. Ein dritter Grund ist: Schimmel und Hefen genügt auch der geringe Restwassergehalt in manchen Buttern, um zu »wandern« – es stimmt nicht, dass reine Fettphasen nicht mikrobiell belastet sein können. Ein empfehlenswertes Konservierungsmittel für W/O-Emulsionen ist Alkohol; alternativ können Sie alle Konservierer vorher in die Wasserphase geben und diese dann einarbeiten. 80 °C vertragen alle uns verfügbaren Produkte.
Konservierung: Hilfen und vertiefende Informationen
Ich hoffe, ich konnte deutlich machen, dass wasserhaltige Produkte für den Einsatz im Badezimmer zuverlässig konserviert werden sollten und dass es keine wasserbetonten Emulsionen gibt, die völlig ohne antimikrobiell wirkende Substanzen auskommen – wohl aber Produkte, die nach der Kosmetikverordnung formal »frei von Konservierungsmitteln« sind. Moderne Methoden wie die Bestrahlung kosmetischer Mittel mit Licht bestimmter Wellenlängen, sterile Herstellungsverfahren und Abfüllanlagen usw. senken die Grundkontamination und lassen sehr geringe Dosierungen an Substanzen mit konservierenden Eigenschaften zu, zweifelsfrei – völlig ohne geht es nicht. Dies ist im Sinne des Verbrauchers, denn weitaus schlimmer als eine leichte Konservierung ist ein verkeimtes kosmetisches Produkt mit erheblichen Auswirkungen auf die Hautgesundheit.
Für uns Selbstrührer bedeutet dies: Wir müssen sorgfältig konservieren – oder wir rühren unsere O/W-Emulsionen in Abständen von wenigen Tagen frisch, holen uns die Creme morgens und abends aus dem Kühlschrank und entnehmen sie konsequent mit dem Spatel. In einen Airlessspender abgefüllt können Sie, wenn Sie sehr sauber gearbeitet haben, die Einsatzkonzentration von konservierend wirkenden Substanzen reduzieren. Wenn Sie Ihre Creme mit 15 % reinem Alkohol auf Wasserphase herstellen, ist sie formal frei von Konservierungsmitteln. Das alles können praktikable Lösungen sein. Wählen Sie Ihre. :-)
Auf Olionatura.de finden Sie vertiefende Informationen zu diesem Thema:
- Basisartikel: Emulsionen konservieren
- Online-Konservierungs-Rechner
- Rohstoffportraits: naturkosmetische Konservierungsmittel
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© Fotografie: Daniel Fuhr, Forschung und Entwicklung, www.fotolia.com
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Sehr anschaulich! Eine wunderbare Erklärung!
Guten Morgen, Splash,
Du liest quasi zum Frühstück so »harten Tobak«? ;-)
Dir einen schönen Tag,
Heike
Ohne dem “harten Tobak” werd ich gar nicht erst munter…. :)
Jaujau, wenn man von der Rührküche abgehärtet ist, muss es zum Aufwachen schon der harte Tobak sein. ;-)
Danke für diese ausführliche Erklärung! Frau sollte doch nicht alles glauben, was ihr “versprochen” wird.
Hallo Heike,
erstmal noch Gratulation zu deinem wunderbaren Blog. Dieses Thema fand ich jetzt sehr spannend. Danke für die gute Erklärung und die tolle Bilddemonstration.
Viele Grüße
Marion
Oh, ich liebe dieses Thema! Danke dir, liebe Heike für diese wunderbar anschauliche und sehr verständliche Erläuterung.
Liebe Grüße
Katharina
Ja, das Thema liegt mir sehr (!) am Herzen. Wir kennen seine Brisanz ja aus der Rührküche.
Vielleicht sollte ich das leidige Thema Grapefruitkernextrakt« einmal separat aufgreifen? :-?
O ja! Das halte ich für eine gute Idee! Da liest man ja immer noch allerhand…
*** Als SPAM identifiziert, IP-Nummer 84.63.203.230 ***
Hallo Heike,
hast Du Dir ein Mal die Mühe gemacht, Dich mit der Firma Ringana wirklich auseinander zusetzen?
Ich glaube nicht, denn dann wüstest Du, dass diese Firma schon sehr viele Auszeichnungen erhalten hat! Das diese Firma eine Philosophie hat, die ihresgleichen sucht! Das diese Firma in Ihren Produkten nur die besten Inhaltsstoffe verwendet! Das deren Produkte durch die freie Kosmetikanalyse das Prädikat sehr gut erhalten!
Ringana ist eine Firma, die Respekt vor Mensch, Tier und Natur hat und dazu gehört auch Ehrlichkeit und Transparenz!
Und das durch solche Behauptungen in Frage zu stellen, finde ich persönlich sehr anmaßend und nicht korrekt!!
Gruß
Pia
Guten Morgen, Heike!
Ja, das Thema »Grapefruitkernextrakt« verdient es meiner Meinung nach, einen separaten Beitrag zu bekommen. Unbedingt!
Mir scheint, dass es eingebunden in das Thema »Konservieren« doch allzu häufig überlesen wird. :)
Liebe Grüße
Katharina
Ach Heike, ich finde, dass hast Du mal wieder so super erklärt und ehrlich gesagt bewundere ich Dich so langsam wie Du diese für mich schwierigen Bezeichnungen auch noch auseinander halten und so toll erklären kannst. Mein IQ ist einfach zu klein dafür. ***lach
Liebe Grüße
Ursel
Guten Morgen, Ursel,
siehst Du: mir fehlt noch ein Biochemiker, der mir Biochemie verständlich visualisiert. ;-)
Harter Tobak für mich.
Dir liebe Grüße
Heike
Die Seiten die Du angibst sind keine offiziellen Ringanaseiten, es wäre schön wenn Du bei Ringana direkt nachfragen würdest….
Das ist nicht notwendig, siehe offizielle RINGANA-Webseite:
»Echte Naturkosmetik liegt voll im Trend. Uns von RINGANA ist nur echt wirklich recht. Wir setzen uns ein für die Wirkung der Natur und verzichten mit Vehemenz auf Konservierungsstoffe […] .«
Daneben schreibt die Firma es in ihrem Produktkatalog »haltbar bis«. ;-)
*** Als SPAM identifiziert, IP-Nummer 84.63.203.230 ***
Hallo Heike,
es gibt eine Liste, mit den in der EU zugelassenen Konservierungsstoffe. Da die INCI-Liste der RINGANA-Produkte lückenlos ist, kann man sehr gut nachsehen, ob einer der Stoffe aufgelistet wurde. Das ist nicht der Fall, somit sind zu 100% keine Konservierungsmittel enthalten!
In der Natur gibt es sehr viele Stoffe, die neben einem hohen Hautnutzen und weiteren positiven Eigenschaften, z.B. das Bakteriumwachstum hemmen (Eigenschutz der Pflanze).
Zum konservieren eines Kosmetikproduktes, sind diese aber nicht geeignet und daher auch nicht auf der offiziellen Konservierungsliste gelistet! Da es keine Konservierungsmittel sind!!
Und “inoffiziellen Konservierungsmittel” gibt es nicht!
LG
Roxy
Liebe Roxy, liebe Pia,
wie nett, vor allem wie aufschlussreich: innerhalb von 16 Minuten zwei Beiträge, zwei Mailadressen, zwei Namen und eine IP-Nummer. :-)) Keinen Mut, mit dem eigenen Realnamen hinter den Aussagen zu stehen? Oder wäre das kritisch, weil dieser möglicherweise mit einer bestimmten Kosmetikfirma in Verbindung gebracht werden könnte?
Allerdings möchte ich eine kleine Korrektur anbringen hinsichtlich Deiner Aussage, Roxy/Pia, »Zum konservieren eines Kosmetikproduktes, sind diese aber nicht geeignet und daher auch nicht auf der offiziellen Konservierungsliste gelistet!«.
Es gibt eine formale und eine chemische Betrachtungsweise. Die Kosmetikverordnung basiert auf formalen Vereinbarungen auf EU-Ebene – das ist alles. Dein Adverb »daher« transportiert eine sachlogisch falsche Schlussfolgerung: Aus der Tatsache, dass eine Substanz nicht in der Liste notiert ist, folgt eben nicht zwingend, dass sie nicht zur Konservierung eingesetzt werden kann.
Viele qualitativ hervorragend arbeitende Naturkosmetikfirmen nutzen heute erfolgreich diese sogenannten multifunktionellen Additive, die nicht in der o. g. Liste stehen; in der Kosmetikindustrie ist das kein Tabuthema. ;-) Mit meinen Kontakten dort ist das immer spannend zu diskutieren, denn auch Selbstrührer interessieren sich für alternative Konservierungskonzepte der Profis.
Interessant wäre allerdings die Frage, mit welcher Funktion Phenylethylalkohol in einigen RINGANA-Produkten enthalten ist, da die Firma laut eigener Aussagen auf Konservierungsstoffe und Duftstoffe verzichtet. Nun gilt dieser Stoff in der Kosmetikindustrie als Duftstoff (natürlich oder naturidentisch produziert) mit antimikrobiellen Eigenschaften. Das wäre wirklich ein interessanter Punkt, finde ich.
Weitere Kommentare dieser Art werde ich fortan nicht mehr freischalten; auch Mails an mich erübrigen sich – ich lösche SPAM (und Postings unter verschiedenen Namen und Mailadressen von einer identischen IP aus sind SPAM) schnell und unkapriziös. ;-)
Eine kleine Anregung am Rande: Wie schätzt Du, Roxy/Pia, die Qualität Deiner »Öffentlichkeitsarbeit« für eine Firma ein, wenn Deine Kommentare gezielt von vermeintlich verschiedenen Personen getätigt werden, hinter denen nur eine einzige steckt? Glaubst Du wirklich, irgend jemand nimmt an, dass dieser Aufwand von privaten Verbraucherinnen betrieben wird? Dumm sind meine Leserinnen und Leser nicht – glaube mir. Es ist kein Zufall, dass erfolgreiche, qualitativ hochwertige Marken wie Hauschka oder Weleda sich keinen Deut darum scheren, dass ich alternative Konservierungsstrategien auch für den Endverbraucher transparent mache und aufzeige, dass verantwortungsvolle Firmen selbstverständlich für mikrobiell einwandfreie Produkte sorgen. Du hast mit Deinen Kommentaren hier wahrhaft mehr Schaden als Nutzen für eine Firma angerichtet, deren Produkte ich bisher durchaus schätzte; an keiner Stelle wird Kritik an ihrer Qualität deutlich. Der inhaltliche Konsenz dieser Kommentare deckt sich übrigens mit dem, der mich von höchst offizieller Ringana-Seite erreichte – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. ;-)
vielen Dank für diese Seite.
Eben habe ich einen gesalzenen Brief an ringana gesendet. Es werden nun zuhauf Limonene, Geraniol und Cinnamol in Produkte gemischt. Vor allen Dingen auch noch in das Zahnöl !! Ich muß mich nun abregen, dann werde ich hier alles noch genau durchlesen ;)
Ich selbst habe MCS, bin also hochgradig sensibel und muß auch bei ätherischen Ölen sehr acht geben. Wenn ich auf der FB Seite von ringana mich über die allergieauslösenden Stoffe beschwerde fallen die “ringana jünger” über mich her. Ich habe mir erlaubt dort zu schreiben dass ich eine Firma nicht sehr seriös erachte die ständig die Rezeptur ändert.
Hallo, liebe Regina,
»Limonene, Geraniol und Cinnamol« sind in ätherischen Ölen enthalten und müssen nach Kosmetikverordnung deklariert werden. Da ist erst einmal nichts Schlimmes dran, denn durch die Deklaration können Allergiker gezielt auf solche Produkte verzichten. Die meisten Naturkosmetikfirmen setzen ätherische Öle als Duftstoffe und als unterstützenden Teil eines Konservierungskonzepts ein; daneben führen so gut wie alle duftstofffreie oder -arme Serien.
Zum Wechsel der INCI kann ich nichts sagen, da mich Produkte dieser Firma nicht interessieren. Ich habe einmal Proben getestet und fand sie in ihrer kosmetischen Wirkung nicht überzeugend; auch waren sie mir zu stark beduftet. Aber letzteres stört mich an den meisten naturkosmetischen Produkten, das ist nicht RINGANA-typisch.
Deine Erfahrung mit dem Äußern der persönlichen Meinung kann ich jedoch nachvollziehen. :-) Multilevel-Marketing ist tatsächlich eine Vertriebsform, die ihre Mitglieder mitunter psychologisch »indoktriniert«; mit kritischen Äußerungen können MLM-Firmen oftmals schlecht umgehen. Die häufigste Suchbegriff-Kombination, der auf mein Blog führt (täglich führt er seit Beginn meiner Blog-Aktivitäten die Liste aller Suchbegriffe an!), ist die Kombination »Ringana« und »Kritik«, die IP-Nummern stammen primär von Servern aus Österreich, vereinzelt auch aus Deutschland. Das systematische Scannen des Internet nach kritischen Kommentaren ist offenbar Teil einer Strategie, frühzeitig negative Meinungsäußerungen zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.
Hat man das dort nötig? Es scheint fast so. :-)
Liebe Grüße
Heike
Vielen Dank Heike,
es hat mich einfach so erbost, weil genau damit jahrelang geworben wurde dass diese bekannten allergieauslösenden ätherischen Öle NICHT drin sind. Deshalb für mich sehr unverständlich dies nun plötzlich zu tun.
Und der “Frischepartner” :) angeblich davon nichts wußte. Seit meiner Kritik bekomme ich nicht einmal mehr Antwort. Mich macht das sehr wütend weil dies Verhalten nicht mit dem ach so tollen Firmenimage übereinstimmt.
Tatsächlich bin ich auf Ihre Seite geraten weil ich “ringana und Kritik eingegeben” habe. Liebe Grüße und schöne Ostern Ihnen
PS: ich bin nun auf die Kosmetik Dr. Hausmann gestoßen nachdem ich in die Suchmaschine Kosmetik OHNE ätherischen Öle eingegeben hatte. Diese werde ich nächste Woche kennenlernen.